Edgar Mann
Foto: Andreas Böhm

 

Edgar Mann

 

Edgar Mann wurde am 22. Mai 1961 in Aalen geboren.

 

Mit acht Jahren erhielt er den ersten Klavierunterricht bei Richard Brinsa und Karla Spolwig. Später folgte Unterricht in Querflöte, Saxophon, Oboe und Perkussionsinstrumenten. Seine erste Komposition entstand im Alter von elf Jahren.

 

Nach seinem Abitur 1980 am Staatlichen Aufbaugymnasium in Schwäbisch Gmünd verbrachte Mann die Jahre bis 1984 mit intensiven Vorbereitungen in Komposition, Musiktheorie und Klavierspiel. Er erhielt zunächst Klavier- und Tonsatzunterricht bei Achill Stein; von 1982 bis 1984 folgte Kompositions-, Tonsatz- sowie Klavierunterricht bei Henning Brauel. Zur selben Zeit war er als Klavierlehrer an der Musikschule Neresheim tätig.

 

Ab 1984 studierte Mann an der Hochschule für Musik und Theater in Hamburg. Während seiner Studienjahre war er Schüler von Francis Corcoran (Komposition und Musiktheorie), Brigitte Ahringsmann (Hauptfach Klavier) sowie Christoph Hohlfeld (Komposition und Musiktheorie).

 

1992 schloss Mann sein Studium als Diplom-Musiklehrer ab. Im selben Jahr folgte ein weiteres Diplom in den Fächern Komposition und Musiktheorie.

 

Es folgten ein privates Aufbaustudium in Komposition bei Henning Brauel sowie ein einjähriger Auslandsaufenthalt in Rom, wo Mann als Klavierlehrer an der Scuola Germanica und als freischaffender Komponist tätig war.

 

Seit 1994 lebt Mann wieder in seiner Heimatstadt Aalen. Er arbeitet als Klavier- und Tonsatzlehrer sowie als Komponist. Darüber hinaus ist er seit 1995 als Pianist mit Gebhard Schmid als Künstler auf der Bühne zu erleben. Das Klavierduo hat seinen Schwerpunkt auf die Interpretation zeitgenössischer Musik gelegt.

 

Edgar Manns musikalisches Werk reicht von Solostücken, Kammermusik, Orchesterwerken und Liedern über Theatermusiken, Tonstudioproduktionen, sowie Instrumentationen und Bearbeitungen von Stücken anderer Komponisten.

 

Während seine Jugendwerke noch als Rudimente einer an Lehrsätzen orientierten Komposition gelten dürfen, ist in späteren Werken eine Emanzipation des Komponisten hörbar, die ihn über tradierte Tonsetzung und Spielweisen hinaus, hin zu einer eigenen, gegenwartsorientierten Klangsprache führt, aus deren reichem Vokabular nun seine Musik schöpft.

 

Den Werken liegt eine innere Ordnung zugrunde, welche die vielbeschrittenen Pfade alter Kompositionstechniken weitergeht und gleichsam neue, von Edgar Mann selbst gangbar gemachte Wege beschreitet. Zutreffend lässt sich hier wohl von moderner kompositorischer Selbstständigkeit sprechen, die ihre Inspiration in Poesie, Theater, Natur und der Musik anderer findet. Der Vielfältigkeit seines kompositorischen Schaffens erwächst derjenigen Eigenschaft, die Edgar Mann antreibt: die Neugier eines Kundigen, eines Komponisten, der sein musikalisches Schaffen durchaus auch als erlerntes Handwerk verstanden wissen will.

 

Text: Charlotte Kubiak; Februar 2017